Gastronomische Ruhestörer in der Wieseckaue vor, während und nach der Landesgartenschau (LAGA) 2014

Ob "Palmencafe", "Strandbar", "Schwanenalm": schweres Gerät im LandschaftsschutzgebietEines haben sie im Leben der Wieseckaue in Gießen gemeinsam  - sie sind ein massiver Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet.  Für das Palmencafé am Neuen Teich wurden Teile des Schilfgürtels zerstört, und es musste die alte, riesige Weide gefällt werden.  Mit einer Sondererlaubnis der Bürgermeisterin (Grüne) störten schwere Rammen Wochen lang die Brutvögel, die Bürger in der angrenzenden Ringallee und Kinder bzw. Jugendliche im Kindergarten und der Theodor-Litt-Schule.
Nach der Landesgartenschau stören jedes Jahr der ca. einwöchige Auf- und Abbau von "Strandbar" bzw. "Schwanenalm" mit LKWs und Kleinlastern, sogar während der Brutzeit.
Peter Baier beschrieb die Anfänge einer gastronomischen Ruhestörung in Gießen so:
"...Erst wird die Stelle gerodet dann eine Spundwand in den Teich getrieben und dann erst fragt die Stadt ob es Interessenten für dieses Cafe gibt.
Wahrscheinlich hatte man damit gerechnet das sich die Interessenten gegenseitig die Köpfe einschlagen, um das Cafe zu betreiben.
Hier wurde für nichts in die Natur eingegriffen und eine Brutstätte von Teichhühnern zerstört..."
Keiner braucht die Strandbar in GießenEine längerfristige Umfrage der "Gießener Allgemeine Zeitung" zeigt den Stand vom 18.5.2015 (kurz vor Abschluss):
Von 2253 Stimmen lehnten 70 % der Gießener eine Strandbar ab. Ein deutliches Ergebnis!

Das Ergebnis wurde nicht in der Printausgabe veröffentlicht, denn es passte nicht in das Konzept dieser Zeitung.
Diese Weide fiel unter die Kettensägen
Diese Weide wurde unter starkem Protest für ein Cafe gefällt.
Baumkuchen statt Bäumen
2012
Kettensägen-Gerd vollbrachte ihr Handwerk
Im Hintergrund die Ramme
Euch schwant Böses-Palmencafe Euch schwant Böses

Nur unter Polizeischutz konnten die alten, gesunden Bäume gefällt werden

Polizeischutz für Baumfrevel

Lohndumping unter dem Schutz der  Stadtregierung

7.2.2015, Gießener Allgemeine Zeitung

"Gartenschau-Gastronomie am Neuen Teich. 

Die Polster GmbH (Lichtenstein/Sachsen), die bei der Großveranstaltung für die Gastronomie zuständig war, werde einem Dutzend Beschäftigten jeweils 300 Euro nachzahlen. Das sagten DGB-Kreisvorsitzender Klaus Zecher, -Geschäftsführer Matthias Körner und der Stadtverordnete Michael Janitzki (Linkes Bündnis) am Freitag vor Pressevertretern..."

"Deshalb kritisierte Kommunalpolitiker Janitzki  gestern noch einmal die Stadtregierung. Es sei kein Tariflohn gezahlt worden, obwohl die Stadt dies vorab zur Bedingung gemacht habe. Auch im Durchführungsvertrag mit der Gartenschau-Gesellschaft sei das festgelegt worden. Offenbar hätten die städtischen Vertreter im LGS-Aufsichtsrat – mit Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) als Vorsitzende – ihre Aufgaben »nicht richtig wahrgenommen«."

Leer gingen die Letten aus, die bereits in ihre Heimat abgereist waren.

Die Stadt und die Landesgartenschau-GmbH waren  bereits früh im Jahre 2014, während der LAGA, über einen Verdacht informiert.

"Mit der Nachzahlung erhalten die Beschäftigten der Gießener Landesgartenschau etwa zwei Drittel des Geldes, das sie nach dem Tarifvertrag zusätzlich hätten bekommen müssen. Das Unternehmen Polster hatte sich gegen einen Kompromiss bislang gesperrt. Das änderte sich erst gestern knapp eine Stunde vor dem Pressegespräch."



Pachtirrtum
Vor und nach der Landesgartenschau sollte nach Plänen der Stadt ein 20-Jahresvertrag einen Bewirtschafter langfristig an diesen Ort binden. Einer der Kandidaten nach dem anderen sprang ab, bis  Eventmanager Trageser aus Alzenau mit seiner "TC Eventgroup" in die Bresche sprang. Bürgermeisterin Weigel-Greilich und Ex-LAGA-Chef Wiemer waren  begeistert ("Das Beste, was Gießen passieren kann").
Fördervereins-Vorstand Axel Pfeffer lobte ihn, er habe die Wieseck-Aue weiter aufgewertet (GAZ, 24.11.2016).
Weniger begeistert von der Tätigkeit Tragesers zeigten sich die Aschaffenburger.

„Bei der Hausparty „Project Aschaffenburg“ am Ostersonntag ist nach Auffassung des Ordnungsamts noch mehr schief gelaufen als zunächst gedacht. Noch ist offen, ob Veranstalter Christian Trageser im August das Aschaffenburger Holifestival ausrichten darf.“(Main-Echo online, 23.4.2015)

„In Aschaffenburg wird in diesem Sommer kein farbenfrohes Holi-Festival am Main stattfinden. Der Umwelt- und Verwaltungssenat des Stadtrats erteilte dem Antrag
des Alzenauer Veranstalters Christian Trageser am Mittwochabend eine einstimmige Absage.“ (Main-Echo online, 7.5.2015)

und

„Die langen Nachwehen einer Hausparty
Die hausparty „Project Ascchaffenburg“ war für den Alzenauer Veranstalter Christian Trageser ein einschneidendes Erlebnis. Der Sturm der Entrüstung im Internet
nach der Feier am 5. April 2015, die seiner Ansicht nach voreilige Kritik der Behörden und die Berichterstattung hätten seinen Ruf geschädigt. Aus der Region hat er sich beruflich derzeit zurückgezogen.“(Main-Echo, 5.4.2016)

Nur durch  "Protektion" ist  erklärbar, warum vielen Verstößen, auch  der Geschäftsleitung, durch das Ordnungsamt nicht nachgegangen wird:
Billige Bauzäune, die bei Wind umfallen und von der Feuerwehr wiederholt aufgestellt werden müssen, Befahren des Landschaftsschutzgebietes, Ruhestörung während der Brutzeit, der Verdacht Abwässer in die Grasnarbe mittels Schlauch zu entsorgen, ein großer Gastank mit 8 Propangas-Flaschen daneben - ohne Schutzabstand zu brennbarem Material, Verstoß gegen Datenschutzbestimmungen, Befahren des Landschaftsschutzgebietes, usw..
Nach offizieller Aussage des Gießener Magistrats patroullieren alle 2 Tage
Ordnungshüter vor Ort. Wer es glaubt ...!
2017 wurde das Büro von "TC Eventgroup" nach Gießen verlegt.
Normale Cafebesucher im Landschaftsschutzgebiet?Nach Angeben des Strandbarbesitzers in der Presse sind das die Fahrzeuge seiner normalen Besucher, die das Parkverbot im Landschaftsschutzgebiet missachten.
Strandbar in WinterstarreDie "Strandbar/Schwanenalm in Winterstarre.
Kein schöner Anblick in einem Landschaftsschutzgebiet.
Hier ist ein Cafe ein Fremdkörper.
In einem Landschaftsschutzgebiet sind solche
Veränderungen  verboten, die das Typische des Landschaftsbildes tangieren. Ist das hier nicht der Fall?