Man nannte sie "Kettensägen-Gerda"

Bürgerinitiative "Wieseckaue" in Gießen/Lahn

Zum Artikel vom 31.10.2018 im Gießener Anzeiger "'Kettensägen-Gerda' hat nie gestimmt"
 
Gerda Weigel-GreilichBürgermeisterin - Meisterin bürgerlicher Dichtkunst

Frau Bürgermeisterin Weigel-Greilich weist in ihrem Interview mit dem Gießener Anzeiger voller Stolz auf die Landesgartenschau (LAGA) 2014 hin, die ihr am besten in Erinnerung bleibt. Aber Erinnerungen können täuschen und man kann sie auch vortäuschen.
Ist denn die abgewählte Bürgermeisterin stolz,
-- dass die Mehrheit der Gießener nach einer repräsentativen Umfrage des Anzeigers die LAGA ablehnten.  
Die Umfrage des Gi Anzeigers war am 16.3.2013: "43,3 % lehnen Gartenschau derzeit ab" war die große Überschrift.  Sie hat "ihr" Projekt damit gegen den Willen der Bürger durchgepeitscht,
-- dass deswegen statt der prognostizierten über 1 Millionen Besucher nur 500.000 zum Event kamen,
-- dass für die LAGA  über 200  teils gesunde, starke Bäume geopfertGerda-Weigel-Greilich-Denkmal Gießen wurden und Hunderte Baufahrzeuge, LKWs und Busse sowie zigtausend Besucher-PKWs die Gießener Luftverschmutzung förderten und
-- dass somit der Ökologie- und Nachhaltigkeitsgedanke ad absurdum geführt wurde, den die Veranstalter im Vorfeld versprochen hatten,
--  dass durch Wechselflorbeete der Düngeeintrag in die Teiche der Wieseckaue und damit die Algenbildung gefördert wurde,
--  dass den Gießener Bürgern durch Stacheldrahtverhau und LAGA eines der wichtigsten stadtnahen Gebiete zur stillen Naherholung fast ein ganzes Jahr lang nicht zur Verfügung stand,
-- dass für die Oberlache und den ökologischen Schulgarten ein relevanter Lebensraum von Wildbienen zerstört wurde, obwohl Fachleute davor gewarnt hatten?

Das aktuelle Insektensterben hat die Ex-Bürgermeisterin nun eingeholt.
 
Hat Frau Weigel-Greilich vergessen, dass über 5oo Gießener am Schwanenteich demonstriert haben und in einer Bürgerbefragung 5000 Unterschriften ihre "Schwimmbad"-Pläne für den Teich zunichte gemacht haben und somit mehr als 200 Bäume vor der Kettensäge gerettet wurden?

Immer wieder rechtfertigt die Ex-Bürgermeisterin die Durchführung der LAGA u.a. mit dem Bau des Rübsamen-Stegs, einem prominenten Beispiel, wie die realen Kosten vor Projektbeginn von offizieller Seite falsch und intransparent dargestellt werden: kolportiert wurden anfangs 'schlappe' 650.000€, die sehr schnell auf über 1,1 Mio. €, allein für die Brücke in die Höhe schnellten und am Ende in 3,5 Mio. € für die gesamte Maßnahme (also Brücke und umgebende Anlagen) mündeten. Das gilt auch für den Bahndammdurchstich, der erst Jahre danach realisiert wurde und dessen Sinnhaftigkeit von etlichen Gießenern in Frage gestellt wird. Was hätte man mit den über 7 Mio. Euro Sinnvolles für eine nachhaltige Stadtentwicklung tun können.

Beim Thema "Baumfällungen" zeigt sie ihre wahre Meisterschaft im Abwiegeln. "Nur um 3,4 Bäume an prominenter Stelle" hätten zur Bezeichnung "Kettensägen-Gerda" geführt. Die Wahrheit: Es ging um über 200 Bäume - und nicht nur im Quellgarten, der mit "Corten"-Stahl Kröten-fest versiegelt wurde, sondern um das gesamte Gebiet inklusive Ringallee.

Märchenhaft dichterisch wird sie, wenn sie auf die Defizite der Landesgartenschau zu sprechen kommt. Sie lobt die Zuschüsse der Landesregierung - die auch aus Steuergeldern stammen - vergisst aber den Eigenbeitrag der Stadt. Das passt zu ihrer Hartnäckigkeit mit der sie den Stadtverordneten eine fehlerfreie und nachprüfbare Abrechnung
bis heute verweigert.

In einem Interview mit dem HR sprach sie von 1 Million Defizit, mehrere Monate später im Parlament von 2 Millionen, wobei der Bahndamm-Durchstich "vergessen" wurde. Eigenartigerweise fragt auch nur die "Gießener Linke" hartnäckig immer wieder nach.

Wir wehren uns auch dagegen, dass die Stadtgeschichte derart falsch und "magistratsgerecht" dargestellt und umgeschrieben wird.
 
Martina Lennartz
 
(Bürgerinitiative „Wieseckaue“)